Norwegen und der Norweger an sich…

HaPe Kerkeling hat einmal gesagt, Norwegen ist ein Land, unheimlich lang und weilig. Damit hat er durchaus Recht, es ist sehr lang. Und meint er mit „weilig“ geduldig, so mag das auch passen.

Geduld braucht man auf alle Fälle, wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Die nächste Fähre ist grade weg, eine Stunde Wartezeit. Gut, das läßt sich umgehen, meidet man die Küsten. Hilft einem aber auch nicht.
Vor einem ist garantiert ein Wohnwagengespann oder ein Wohnmobil, welches grundsätzlich mit mindestens 10 km/h langsamer durch die Gegend schleicht als erlaubt ist. Und liegt es nicht am Wohnmobil, so ist vor diesem ein PKW, der so durch die Gegend tuckert.

Nun klingen 10 km/h nicht viel, aber wenn man davon ausgeht, daß man sonst eher 5 km/h schneller fährt als erlaubt, macht das 15 km die Stund, die man mehr schaffen würde. Bei einem 60er Schnitt, den man erreichen kann, sind das auf eine Strecke von 500 oder 600 Kilometer gut 1-2 Stunden mehr Fahrzeit.

Da hilft nur entspannte Musik einzulegen und einfach an was Anderes denken. Ministry ist sehr gut geeignet, aber auch diverse andere harte Metal Musik. Ich glaube in Norwegen gibt es so viele harte Musik, weil die Leute ständig irgendwelche Schleicher vor sich haben. Das wird mit der Musik kompensiert. Wenn ich mal wieder in einer größeren Stadt bin, werde ich mal die einheimische Szene im Plattenladen durchforsten.

Daß es nun immer Frauen sind, die da den Weg blockieren, ist ein Vorurteil, welches nur zu 2/3 zutrifft. Das andere Drittel sind meistens ältere Herrschaften.

Mit dem Wohnwagen/Wohnmobil hätten wie ein grosses Hobby der Norweger, sofern sie nicht irgendwo noch ihre Hütte haben. Damit kommen wir zu den weiteren großen Hobbies der Norweger: Golfspielen bei jedem Wetter hatte ich ja schon einmal erwähnt, aber noch vor dem Golfspielen kommt das Rasenmähen.
Nahezu immer und überall sieht man jemanden, der dabei ist, die Wucherungen der Natur klein zu halten. Ob im Winter dann der Rasenmäher gegen den motorbetriebenen Schneepflug ausgetauscht wird, wäre noch zu verifizieren, aber ich würde darauf wetten.

Neben dem gepflegten Rasen gehören noch ein Trampolin und ein paar Kinder zu einem anständigen norwegischen Haus. Damit hätten wir wohl die Haupthobbies der Norweger abgehakt. Ausser dem Skilaufen im Winter, dem Angeln, dem Quadfahren und nicht zu vergessen dem Schiessen (überall Hinweise auf Schiessbahnen).

Das Radfahren scheint eher ein Hobby der Touristen zu sein, um ehrlich zu sein, man muss auch schon recht masochistisch sein, um bei Wind oder Regen 12%ige Steigungen über mehrere Kilometer zu nehmen.
Ein Radfahrer, den ich auf einer Fähre traf meinte nur, sein nächster Radurlaub sei in Holland. Manche brauchen eben etwas Zeit zum Lernen und glauben nicht den Landkarten. :-)

Wie auf den Bildern von Heute sicher zu sehen war, hat es sich langsam eingeregnet, es ist noch nicht stark genug zum Haarewaschen, aber zu nass, um draussen rum zu stehen. Ich hoffe, daß es sich zu morgen ausregnet, damit es wieder besser Bilder für Euch gibt.

Bis dann – Ha det bra!

PS: so langsam könnte man doch ans Haarewaschen denken…

 

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